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Wallfahrt am 01. Mai


60 jähriges Jubiläum 2005


70 jähriges Jubiläum 2015

 


80.-jährige Jubiläumswallfahrt nach Maria Martental am 1. Mai 2025

Nach dem Sonntags-Hochamt am Silvestermorgen 1944 wurden die Menschen der Pfarrei von einen Bombenangriff überrascht.
Pfarreiangehörige aus Ditscheid und Münk befanden sich gerade zu Fuß auf dem Nachhauseweg als die schrecklichen Bomben rund um das Dorf Nachtsheim nieder gingen. Wie durch ein Wunder kam kein Mensch und kein Gebäude zu Schaden.

Es war eine bewegte Zeit und zum Dank für die wunderbare Rettung entschloss sich die Befölkerung ein Gelübde an die Gottesmutter abzulegen. Martental war zu dieser Zeit der Wallfahrtsort mit der alten Wallfahrtskirche. In einer großen Prozession gingen nahezu der Großteil der Dorfbefölkerung mit, ob Jung oder Alt, in teils genagelten Schuhen mit Fahnenabordnungen des Müttervereins und weiteren Kirchenfahnen. Auch die eucharistische Nüchternheit wurde zu der Zeit so weit es ging eingehalten. Nach dem Gottesdienst wurde Rast gemacht und die mitgebrachten Butterbrote hastig verspeist.

Danach liefen die meisten Kinder voller Vorfreude zum schönen Wasserfall und anschließend zu den Ställen mit den jungen Kälbern in ihren jeweiligen Buchten, was für die damaligen Zeit eine fortschrittliche Landwirtschaft darstellte. Zu Fuß trat man am frühen Nachmittag den Nachhauseweg an. In der Pfarrkirche angekommen, fand unter Glockengeläut, Orgelmusik und feierlichem Einzug eine Abschlussandacht mit Schlusssegen statt.

Seit 1945 pilgern die Angehörigen der Pfarrei Nachtsheim in Erinnerung an die Schrecken des Krieges Jahr für Jahr am 1. Mai zur Muttergottes nach Maria Martental. Zu Spitzenzeiten gingen über 120 Personen in der Prozession mit. Ein einziges Mal konnte die Wallfahrt Corona geschuldet nicht im üblichen Maße durchgeführt werden. Mit einer kleinen Abordung von Gläubigen wurde 2020 (unter Corona-Bedingungen) stellvertretend eine Pilgerkerze zum Gottesdienst nach Martental gebracht.

Wenn die Menschen der Pfarrei Nachtsheim in der heutigen Zeit diesen Weg nach Maria Martental gehen, dann tun sie dies auch vor dem Hintergrund der Erfahrung, dass menschliche Vernunft Krieg und Leid nicht verhindern kann. Das Vertrauen, dass Gott die Pfarrei schützt, lässt sie – auch nach 80 Jahren – den Weg zur Gottesmutter zusammen gehen.
Jährlich begleitet und sichert die Freiwillige Feuerwehr Nachtsheim den Anfang und das Ende der Prozession. Am Mitfahrerparkplatz Nähe Laubach bietet der NCC, der Nachtsheimer Karnevalsclubs, ein kleine Zwischenmahlzeit mit warmen und kalten Getränken an.